Benutzer:Brigitte
Das Kirchengebäude
Bereits vor 1297 bestand in Alstätte eine Pfarrkirche; ihr Aussehen ist unbekannt. Bei Erweiterungen und Umbauten im 20. Jahrhundert wurden keine archäologischen Untersuchungen durchgeführt, weshalb frühe Baudetails ungesichert bleiben.
Seit 1396 sind zwei Altäre belegt (Hochaltar (nach Osten) und Katharinenaltar (nach Norden).
Im 15. Jahrhundert kam es zu spätgotischen Veränderungen – möglicherweise sogar zu einem Neubau: Das Kirchenschiff war kleiner als der spätere Bau; typische Merkmale waren Strebepfeiler, Gewölbe und spitzbogige Fenster. Aus der spätgotischen Ausstattung hat sich ein Relief der Auferstehung Christi aus einer Sakramentsnische erhalten; es befindet sich heute im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster.
Durch Kriegsereignisse wurde 1614 die Ausstattung stark in Mitleidenschaft gezogen; 1616 gilt sie in einer Visitation als „unbedeutend“, der Bau selbst jedoch als intakt.
In den 1650er Jahren folgten Erneuerungen: ein neuer Hochaltar, Fensterreparaturen und Ausbesserungen an den Strebepfeilern; 1658 wurde die Kirche geweißt. 1661 entstand zur Platzgewinnung eine hölzerne Empore im Westen des Kirchenschiffs, da viele Katholiken aus Holland zum Gottesdienst kamen. Diese beteiligten sich auch an der Finanzierung.
1675 steht im Visitationsprotokoll, dass ein steinernes Taufbecken mit kupfernen Becken vorhanden ist. Dieses wird heute noch als Taufbecken benutzt.
1789–1792 erfolgte ein Neubau der Kirche. Es entstehen Langhaus und Chor der Kirche (heutiger Altarraum und Marienkapelle) Der Name des Architekten ist leider nicht bekannt. Stilistisch eher nüchtern, mit Elementen des Spätbarock / Frühklassizismus. Aus der spätgotischen Ausstattung hat sich ein Relief der Auferstehung Christi aus einer Sakramentsnische erhalten; es befindet sich heute im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster.
25. November 1792 zum Fest der Heiligen Katharina wird die neue Kirche erstmalig benutzt.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts gibt es wichtige Anschaffungen, Reparaturen und Ergänzungen:
1821 wird eine Orgel aus der Lamberti Kirche in Münster erworben. Sie wurde vom Orgelbaumeister Arend Lampeler van Mill zwischen 1573 und 1579 angefertigt
1861 werden die vier Steinskulpturen der Kirchenväter (Johann Mauritz Gröner) von der St. Martini Pfarrgemeinde gekauft.
1854 wurde ein neuer Hochaltar errichtet.
Am 01.01.1935 machte Pfarrer Hörsting die Notwendigkeit der Erweiterung der Kirche. Für die Finanzierung wurde ein Kirchenbauverein gegründet, dem fast alle Pfarrangehörigen beitraten. Die Nazis unterbanden die Art des Sammelns. Nun stiegen aber die Kollektenerträge und auch brachten die Alstätter das Geld direkt dem Pfarrer ins Haus.
Durch Grundstückstauschaktionen konnte die Kirche nach Norden erweitert werden.
Am 24. Oktober 1936 begann man mit den Ausschachtungsarbeiten und es wird ein neuer Raum seitlich nach Norden angefügt. Der neue Hochaltar steht nun mit neuem Chor an der nördlichen Stirnwand des nun dreischiffigen Kirchenbaus.
Am 29. September 1937 war der Tag der Kirchweihe durch Clemens August Graf von Galen. Ihm wurde ein feierlicher Empfang bereitet. „In dem ersten Hochamt war jeder Katholik aus Alstätte, der sich freimachen konnte und auch viele aus den Nachbarorten.“
Am 11.06.1943 wurden Kirchenfenster infolge eines Luftkampfes über Alstätte beschädigt.
Am 22. März 1945 um 10.45 Uhr wird der Ortskern von Alstätte bombardiert, dabei wird die Pfarrkirche schwer beschädigt. Gottesdienste fanden in der Kapelle des Krankenhauses statt.
Ab Pfingsten 1945 feierte man in den Ruinen wieder Gottesdienste. Es begann der Wiederaufbau. 1947 war der Kirchenraum wiederhergestellt.
Pfarrer Karl Lessel ließ in den Jahren 1954-58 an allen Außenfronten des Altbaus und des Turms die Kriegsschäden beseitigen. 1954/55 stellt er den Chorbereich der alten Kirche wieder her. Die Marienkapelle wurde durch ein hohes Gitter vom übrigen Kirchenraum getrennt. Die Pieta überarbeitet und mit einer Krone geschmückt.
Ein Jahr nach der Amtseinführung von Pfarrer Josef Beike am 18. Juli 1965, auf dem Kirchweihfest 1966 verkündet dieser von seinen Plänen das Gotteshaus von Grund auf zu erneuern, besonders im Hinblick auf das 2. Vatikanische Konzil.
Am 19. März 1970 kam die endgültige Baugenehmigung vom Bischöflichen Generalvikariat und am 19. Mai 1970 beginnen die Bauarbeiten. Es entstehen vier neue Eingänge. Bei der Anlegung der neuen Heizung werden viele Gräber unter dem Kirchenboden gefunden. Einen Plan der Grabstellen legt man nicht an. Der Altar steht nun in der Mitte der Kirche, dort wo er heute auch steht. Die Vorabendmesse zum 4. Adventssonntag 1970 konnte bereits in der renovierten Kirche stattfinden. Am 26. November 1972 wurde die neue Kleuker Orgel eingeweiht.
Unter Pfarrer Thomas Linsen (2000 bis 2010) wurde die Kirche ab Anfang Oktober 2004 umfassend renoviert und umgestaltet. Ziel der Arbeiten war es, die Kirche sowohl baulich zu erneuern als auch den Innenraum moderner und freundlicher zu gestalten. Die Maßnahmen verbanden notwendige Renovierungen mit einer Neugestaltung der Ausstattung.
Dabei blieb die bereits in den 1970er-Jahren eingeführte zentrale Stellung des Altars erhalten. Der alte Altar aber durch einen neuen, aus italienischen Travertin Marmor, ersetzt. Der Ambo wurde bewusst zurück gesetzt. Die Altar-Weihe fand am 11. Dezember 2025 statt. Die Ausstattung des Kirchenraums wurde an den zeitgemäßen Stil angepasst und teilweise erneuert. Im Nordflügel wurde das alte Deckengewölbe nachgebildet. Die Orgel renoviert und an die Stirnwand der Nordseite umgesetzt. Das Taufbecken, das Jahrzehnte als Weihwasserbecken diente, steht nun gegenüber der Pieta in der Marienkapelle. Der Turm bekam eine Sakramenten-Kapelle. Neue Beichtstühle wurden aufgestellt.
Der Kirchenraum wirkt nun hell, freundlich und modern. Durch den Umbau wirken die Kirchenschiffe als ein Kirchenraum.
